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Wechselhafte Geschichte

Von der Rinderfarm zum Naturparadies

Die Farm Ondekaremba wird im Jahre 1900 in der damaligen Kolonie Deutsch Südwest Afrika vom Auswanderer Erich Rust gegründet. Er kauft die knapp 16.600 ha (166 km²) große Farm zum Preis von 2,60 Goldmark pro Hektar. Ondekaremba bedeutet in der Sprache der Herero "Platz der guten Weide".

  • Ondekaremba Geschichte

    Stummer Zeuge der Gründerjahre von Ondekaremba: Das Windrad, das einst das Grundwasser heraufgepumpt hat

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    Das Grab von Farmgründer Erich Rust auf dem kleinen Familien-Friedhof von Ondekaremba

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    Das einstige Farmhaus beherbergt heute Restaurant und Bar der Ondekaremba Lodge

Die Anfangszeit ist hart. Aus gehauenen Quarzitquadern errichtet Erich Rust bis 1903 ein Haus. Ein großes Problem ist der Mangel an Wasser. So wird am Ufer des Seeis Riviers (Trockenflusses) ein großes Reservoir gebaut, um das Vieh tränken zu können. Mehrere Bohrungen schlagen fehl.

Während des Krieges der Herero und Nama gegen die Deutschen 1904-1908 verliert die Familie Rust ein Großteil ihres Viehs. Bei einem Überfall der Herero zu Ostern 1905 sterben auf Ondekaremba zwei Schutztruppen-Soldaten und drei Arbeiter.

Erst im Laufe der kommenden Jahre kommt die Farm langsam in Gang. Erich Rust hält Rinder und Ziegen, später auch Karakulschafe. Versuche dagegen, Mais und anderes Gemüse anzubauen, misslingen.

1922 wird die Eisenbahnlinie von Windhoek nach Ondekaremba gebaut. Familie Rust führt einen gut laufenden Laden, in dem Farmer aus dem Osten einkaufen, während ihr Vieh verladen wird. Mit Verlängerung der Bahnlinie nach Gobabis 1936 gehen die Umsätze jedoch zurück.

Im selben Jahr wird die Farm geteilt und an zwei Söhne übergeben. Damit schrumpft die Fläche von Ondekaremba auf das 8.000 ha (80 km²) große Gebiet nördlich der Bahnlinie; der andere Teil wird nach dem sonnigen Hang der Bismarck-Berge im Süden Sonnleiten genannt und beherbergt heute eine Farm-Residenz für Pensionäre aus Namibia und Europa.

Der älteste Sohn, Joachim Rust, löst das Wasserproblem – mit neuen, erfolgreichen Bohrungen und dem Bau kleiner Stauseen. 1961 trennt der Staat 500 ha (5 km²) ab – für den Bau des Internationalen Flughafens.

1986 übernehmen Joachims Sohn Immo und seine Frau Ute den Betrieb. Sie konzentrieren sich auf die Rinderhaltung. Vier Jahre nach der Unabhängigkeit Namibias 1990, als mehr und mehr Touristen das Land bereisen, registrieren sie Ondekaremba als Gästefarm. Nur 7 km vom Flughafen entfernt, ist die Unterkunft für viele Urlauber Start- oder Endpunkt der Namibia-Rundreise. Für Naturfreunde gibt es einen kleinen Campingplatz.

Mit einem Wechsel der Eigentümer 2011 wird Ondekaremba zum Partner des privaten Naturreservates Waterberg Wilderness am Waterberg. Die Gästefarm wandelt sich zum Lodgebetrieb. 2015 kommt das preisgünstige Erioloba Village hinzu. 2016 wird der größte Teil des Farmlandes verkauft und mit Ghaub (Naturreservat und Farm) ein dritter Partner erworben. Das Herzstück von Ondekaremba jedoch bleibt erhalten: Das Naturparadies mit Rivier (Trockenfluss) und Buschsavanne, in dem sich Lodge, Erioloba Village und Campingplatz befinden.